Vermarktung des Kasernengeländes – es muss anders weitergehen

Bürgerbrief 3 BildDer Bürgerbrief kann ausgedruckt und weitergegeben werden.
>Bild anklicken > ausdrucken.

2012 beschlossen Stadtverordnete und Magistratsmitglieder von CDU und SPD, das Kasernengelände für 1,3 Mio. Euro zu kaufen.
Bis zu 100 Arbeitsplätze sollten auf dem Kasernengelände entstehen und die Stadtkasse sollte mit Pacht­einnahmen und Gewerbesteuer gefüllt werden.

Bis heute entstanden in Homberg aber nur Kosten,  Arbeitsplätze und Pachteinnahmen gab es nicht.

Das Vermarktungskonzept der Hessischen Land­gesellschaft (HLG) und der Stadt ist gescheitert.
Alle fünf in den vergangenen Jahren präsentierten „seriösen Investoren“ sind heute Fälle für die Justiz.
Warnungen wurden in den Wind geschlagen.
Die Nachweise, dass die Abwicklung über Scheinfirmen und Strohmänner erfolgte, wurden ignoriert.
SPD und CDU winkten in der Stadtverordneten­versammlung die Geschäfte durch.

Bisherige Verkäufe und geplante Geschäfte

Fall 1: Keine Pacht aus dem Solarpark
Seit 2012 ist die jährliche Pacht von 75.000 Euro nicht bei der Stadt eingegangen.
Zwei SPD-Stadtverordnete haben Spenden für ihre Vereine bekommen, die Stadt ging bisher leer aus.

Fall 2: Pleite des Pyrolyse-Projekts
Pyrolyse aus Altreifen wurde als Zukunftstechno­logie verkauft, als Bestandteil eines Homberger Technologieparks. Die Firma ist insolvent. In anderen Städten erhielt sie schon EU-Fördermittel von knapp einer Mio. Euro, die damit verloren sind.

Fall 3: Algenzucht-Anleger verloren Einlagen
Ein Netzwerk von Kapitalanlage-Betrügern durfte
in einem Ausschuss des Stadtparlamentes für sich werben und fand Gehör. Die Firmen sind insolvent. Anleger in anderen Städten haben 5 Mio. Euro Verluste angezeigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Fall 4: Messepark Homberg
Kurz nach dem Kauf des Kasernengeländes wurden 3,5 ha an den CDU-Stadtverordneten Althaus und Partner zu je 3,63 Euro/qm verkauft. Bis heute gibt es keinen Messepark und keine Elektroautos.

Fall 5: Panzerverschrottung
Die „Filetstücke“ des Kasernengeländes sollten
für knapp 1 Mio. Euro an die Panzerverschrotter
Battle Tank Dismantling (BTD) verkauft werden.
In letzter Minute kam heraus, dass nicht die Firma kaufte, sondern ein Strohmann. Dennoch beschlossen CDU und SPD den Verkauf. Nur durch einen Rückzieher des Käufers platzte das Geschäft.

Der Kauf des Kasernengeländes wurde eine
Katastrophe für die Finanzen unserer Stadt.
Nicht eine einzige der „Visionen“ ist verwirklicht.

Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass der Verlust der Stadt, der in die Millionen geht, in Zukunft nicht größer wird.

Homberg hat sich verspekuliert.
Wenn jetzt weitere Investitionen vorgenommen werden, muss dabei eine Einnahme garantiert sein, welche die Kosten der Investi­tionen übersteigt.

Geld darf nicht für Infrastruktur und einen vorsorg­lichen Abriss ausgegeben werden, um das Gelände für noch nicht vorhandene Käufer attraktiver zu gestalten.

Die Bürgerliste sieht den Realitäten ins Auge

Wir wollen …

… einen Stopp von städtischen Investitionen, bis Nutzen oder Gewinn daraus garantiert sind.

… erreichen, dass die Pachteinnahmen für den Solarpark eingeklagt werden. Dies sind Gelder, die der Stadt zustehen und auf die bisher verzichtet wurde.

…eine professionelle Vermarktung des Kasernen­geländes, die von einer fachkundigen Arbeitsgruppe begleitet wird. Dafür ist ein vollständiger Einblick in die bisherigen Kosten der Stadt und auch der HLG nötig. Auf dieser Basis muss ein Vermarktungskonzept entwickelt werden, das der Stadt keine weiteren Verluste beschert und Homberg endlich voranbringt.